Demokratische Strukturen im Team – eine machtkritische Perspektive
In diesem Vortrag für die Kulturgespräche des LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) setze ich mich mit der Frage auseinander, wie demokratische Strukturen in Teams aus einer machtkritischen Perspektive gestaltet werden können. Der Fokus liegt dabei auf dem Kulturbereich, der eine besondere Verantwortung trägt: Als Feld, das gesellschaftliche Diskurse abbildet und prägt, muss er sich aktiv gegen ausschließende Tendenzen positionieren.
Zentrale Ausgangsfrage: Können alle Menschen im Team tatsächlich mitwirken und mitentscheiden – oder bestehen strukturelle Hürden und implizite Ausschlüsse?
Empirische Grundlage bildet eine Studie von Diversity Arts Culture, die zeigt: 43 Prozent der Befragten im Berliner Kulturbereich haben Diskriminierungserfahrungen gemacht. Menschen mit Rassismuserfahrung und Menschen mit Be_hinderung sind deutlich unterrepräsentiert. Die formulierten Ziele zu Gleichstellung und Chancengleichheit sind bei weitem nicht erreicht.
Drei zentrale Perspektiven des Vortrags:
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Demokratische Strukturen sind nicht neutral: Gesellschaftliche Machtverhältnisse setzen sich in Teams fort. Privilegien und Normen bleiben oft unsichtbar und müssen aktiv reflektiert werden.
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Diskriminierung ist strukturell: Sie zeigt sich auf persönlicher, institutioneller und kulturell-normativer Ebene. Rein repräsentative Diversitätsstrategien oder Tokenisierung reichen nicht aus – echte Teilhabe bedeutet, Macht zu teilen.
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Intersektionalität als Analyseinstrument: Dieses Konzept aus der Schwarzen feministischen Bewegungsgeschichte hilft zu verstehen, wie verschiedene Diskriminierungsformen zusammenwirken und warum formell gleiche Beteiligungsmöglichkeiten sehr unterschiedliche Auswirkungen haben.
Praktische Handlungsfelder:
- Räume für machtkritische Selbstreflexion schaffen
- Verantwortung für Gleichstellungsbedarfe übernehmen
- Strukturen nachhaltig verändern und Vielfalt verbindlich verankern
Der Text macht deutlich: Demokratische Teamstrukturen sind kein erreichter Zustand, sondern eine kontinuierliche Praxis, die Verantwortung übernimmt für den Abbau von Ausschlüssen und die Erweiterung tatsächlicher Teilhabe.